Sicherheitstipps für Frauen

 

Sicherheit für Frauen

Sicherheit ist ein Thema, das ausnahmslos jeden Menschen betrifft, jedoch jeden auf eine andere Art. Und bestimmte Personengruppen betrifft es ganz besonders, denn sie sind speziellen oder zusätzlichen Gefahren ausgesetzt. So haben wir uns in den letzten Wochen gezielt den Themen Jugend, Kindern und Senioren gewidmet.

Eine weitere, besonders gefährdete und daher zu betrachtende Bevölkerungsgruppe ist jene der Mädchen und Frauen. Zum Abschluss unserer Informationsserie möchte ich mich deshalb diesem Bereich widmen.

Laut Schätzungen von Kriminologen und Psychologen werden in Österreich jährlich über 8.000 Frauen sexuell belästigt. Demnach geschieht ein derartiges Delikt stündlich in unserem Land. Dem gegenüber steht der jährlich publizierte Sicherheitsbericht des Innenministeriums, in dem ungefähr 1.000 Fälle angegeben werden. Es zeigt sich dabei eine sehr hohe Dunkelziffer, was einerseits oftmals aus einer unbegründeten Scham des Opfers entsteht, andererseits davon herrührt, dass sich Opfer und Täter häufig kennen (Verwandten-/Bekanntenkreis). Egal, ob man nun eher der Dunkelzifferzahl Glauben schenken möchte oder der Kriminalitätsstatistik, jeder einzelne Fall ist untragbar und es muss alles daran gesetzt werden, Mädchen und Frauen vor derartigen Delikten zu schützen. Auch geht es daran, Mädchen und Frauen vor alltäglichen Belästigungen, welchen sexuellen Motivationen zu Grunde liegen, zu bewahren.

Dieser Schutz kann einerseits von der Gesellschaft unterstützt werden, wie beispielsweise bei der Gestaltung von öffentlichen Wegen und Plätzen durch Vermeidung von Angsträumen, dunklen Nischen, durch die Schaffung von speziellen Frauenparkplätzen und ähnlichem. Andererseits kann sie von jeder Frau selbst erheblich erhöht werden, indem sie verschiedene Tipps und Tricks befolgt.


Mädchen und Frauen, die nachts unterwegs sind, sollten auf jeden Fall die folgenden Ratschläge beherzigen:

Wenn Sie zu Fuß unterwegs sind:

  • Wählen Sie bewusst den belebtesten und am besten beleuchteten Weg, selbst wenn dies mit einem kleinen Umweg verbunden ist.
  • Wenn Sie das Gefühl haben, verfolgt zu werden, dann macht es wenig Sinn schneller zu werden, wenn nicht in unmittelbarer Nähe Hilfe zu erwarten ist. Besser ist es, sich zu vergewissern, ob man wirklich verfolgt wird oder vielleicht unbewusste Ängste einen Streich spielen.
  • Werden Sie verfolgt, so überlegen Sie, ob sich in der Nähe ein Gebäude befindet, in dem sich Menschen aufhalten. Typische Beispiele hierfür sind tagsüber Geschäfte, Ämter, Banken, in der Nacht Gaststätten, eventuell Tankstellen oder andere öffentliche Gebäude und Plätze. Versuchen Sie, einen solchen Ort zu erreichen, gehen Sie auf die Menschen zu und scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten, sondern fordern Sie diese von Ihren Mitmenschen ein.
  • Haben Sie keine andere Möglichkeit, so drehen Sie sich zu Ihrem Verfolger um und schreien Sie diesen laut an. Die Person wird davon wahrscheinlich irritiert sein und möglicherweise von ihrem Vorhaben ablassen.
  • Werden Sie von einem Auto verfolgt, so ist es ratsam, in die entgegen gesetzte Fahrtrichtung des Autos zu laufen. Das Auto wird zum Wenden bei weitem mehr Zeit benötigen als Sie, so schaffen Sie sich einen wertvollen Vorsprung.
  • Merken Sie sich die Merkmale des Verfolgers (Personsbeschreibung, Autotype, Kennzeichen) und melden Sie diese so rasch wie möglich der Polizei unter der Notrufnummer 133.

Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind:

  • Wählen Sie in Parkgaragen einen Parkplatz in der Nähe von Eingängen, der Parkplatzkassa oder des Parkhausportiers, im Idealfall gibt es spezielle Frauenparkplätze, die Sie nutzen sollten.
  • Werden Sie von anderen Verkehrsteilnehmern genötigt anzuhalten, steigen Sie weder aus noch kurbeln Sie das Fenster hinunter, im Gegenteil, sperren Sie sich im Auto ein.
  • Geraten Sie in eine bedrohliche Situation, so betätigen Sie die Hupe. Dies kann ruhig oft und lang anhaltend gemacht werden. Sie erregen so die Aufmerksamkeit Ihrer Mitmenschen.
  • Werden Sie mit dem Auto nach Hause gebracht, so bitten Sie die Person, die Sie nach Hause bringt, so lange vor Ihrem Haus/Ihrer Wohnung zu warten, bis sind hineingegangen sind und die Tür hinter Ihnen ins Schloss gefallen ist.
  • Vermeiden Sie Autostoppen! Sollte es einmal nicht anders möglich sein, so steigen Sie nur zu Frauen ins Fahrzeug, nicht zu Männern und keinesfalls in Autos, in denen mehrere Männer anwesend sind.

Passieren von Angsträumen:

  • Halten Sie sich grundsätzlich immer an gut ausgeleuchtete Wege und Plätze.
  • Typische Angsträume sind Stiegenhäuser, Flure und Gänge in Wohnanlagen. Achten Sie darauf, dass diese immer gut beleuchtet sind. Beanstanden Sie bei der zuständigen Person, wenn die Beleuchtung defekt ist.
  • Bei Häusern empfiehlt sich das Anbringen von Lichtern mit Bewegungsmeldern.

Sexuelle Belästigungen:

  • Setzen Sie Grenzen, sagen Sie laut und deutlich nein.
  • Sprechen Sie den Täter laut und mit eindeutigen Befehlen an, z.B.: „Greifen Sie mich nicht an!“.
  • Versuchen Sie, Aufmerksamkeit zu erregen, besonders, wenn Sie in der Öffentlichkeit sind.
  • Bei sexuellen Übergriffen oder Missbrauch schreien Sie laut um Hilfe, wehren Sie sich buchstäblich mit Händen und Füßen, setzen Sie all Ihre Kraft ein. Der Täter rechnet damit wahrscheinlich nicht, wird irritiert und lässt sich möglicherweise in die Flucht schlagen.

Selbstverteidigung

Durchaus empfehlenswert ist es in jedem Fall, einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen. In einem solchen Training erlernen Sie wirkungsvolle Techniken, um sich speziell gegen sexuelle Übergriffe zu wehren.

Auch der Verein Nachbarschaftshilfe Sicherheit bietet solche Kurse an, ebenso der Kriminalpolizeiliche Beratungsdienst. Dort können Sie sich die gewünschten Informationen holen und jederzeit nachfragen.

Sollten Sie zum Opfer werden so holen Sie sich Rat, Unterstützung und Hilfe beim Opfernotruf des "Weiße Ring" unter 0800 112 112 – rund um die Uhr.

Wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens verdrängt man den Gedanken an solche negativen Ereignisse oft und lebt unter dem Motto: „ Mir passiert das nicht.“ Die Wahrheit ist jedoch, dass jede Frau und jedes Mädchen Opfer werden kann.

Wirken Sie dem entgegen, indem Sie sich im Vorhinein mit solch einer möglichen Situation befassen. Überlegen Sie wie Sie vorgehen, sollten Sie in eine Bedrohungslage kommen, machen Sie einen Plan, wie Sie reagieren.

So nehmen Sie sich einen Teil des Schockmoments und gewinnen Zeit, Kraft und innere Stärke.

Der Verein Nachbarschafshilfe Sicherheit arbeitet aktiv an der Sicherheit aller Bürger – helfen Sie mit und achten auch Sie auf Ihre Sicherheit!





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